
Drei Tage Bands und Musiker auf einem Acker im US-Bundesstaat New York, Platz zum Zelten, ein bisschen Gras - die Idee war gut und die Welt bereit: Eine halbe Million junger Menschen strömten 1969 zum Woodstock-Festival. Was folgte, war Chaos - und der legendäre Höhepunkt der Hippiebewegung. 1969 war ein Jahr der Widersprüche: Die USA schickten Männer zum Mond und Wehrpflichtige in einen schmutzigen Krieg nach Vietnam. Der Kampf um die Bürgerrechte, die Emanzipation und das Aufmucken gegen das Establishment bestimmten die öffentliche Diskussion. Da kamen drei Tage auf dem Land mit Musik und Frieden vielen Jugendlichen gerade recht. Und es waren sehr viele: statt der erwarteten 60.000 knapp eine halbe Million. "Als ich auf die Bühne kam - es war unglaublich", erinnert sich Folksänger Country Joe McDonald, "dieses Meer von Menschen." Ein Meer, das die gesamte Organisation weggespült hatte: Einlasskontrolle und Ticketverkauf unmöglich, zu wenig Toiletten, die Versorgung mit Essen und Trinken viel zu knapp. Und selbst das gedachte Musikprogramm stand auf der Kippe - viele Bands steckten auf den total verstopften Zufahrtsstraßen im Stau. Wer durchkam, musste sofort auf die Bühne. Richie Havens war der erste: "Um ehrlich zu sein: Ich hatte Angst. So viele Menschen sieht man nicht so häufig. Für mich war es das erste Mal", beschreibt Havens seine Gefühle vor 40 Jahren. Schier endlose Massen: Sie saßen im Regen, sie rutschten im Schlamm, die große Mehrheit sah und hörte nichts vom Programm auf der Bühne. Es war ein Chaos - aber ein durch und durch friedliches.
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